Habe ich Bindungsangst?

Du lernst jemanden kennen, es fühlt sich gut an und irgendwann willst du nur noch raus. Oder du hängst an einem Menschen, der sich nie festlegt. Trotzdem kommst du nicht los. Hier findest du 25 Situationen aus dem Alltag, von der ersten Nachricht bis zum gemeinsamen Urlaub. Tipp bei jeder Situation an, wie oft du dich darin wiederfindest. Am Ende siehst du dein Profil in fünf Bereichen.

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Frau im grünen Kleid, nach vorn gebeugt und in sich gekehrt

25 Situationen aus deinem Alltag

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  1. 1Nach einem schönen gemeinsamen Abend willst du am nächsten Morgen vor allem deine Ruhe haben.

  2. 2Am stärksten zieht dich jemand an, der sich nicht festlegt oder gerade gar nicht frei ist.

  3. 3In einer festen Beziehung hast du das Gefühl, einen Teil von dir abgeben zu müssen.

  4. 4Nach ein paar Wochen fallen dir an einem Menschen, der dich wirklich mag, plötzlich lauter Kleinigkeiten auf, die dich stören.

  5. 5Wenn dich jemand fragt, wie es dir wirklich geht, sagst du „Alles gut“ und wechselst das Thema.

  6. 6Wenn sich jemand klar für dich entscheidet, ist das Kribbeln auf einmal weg.

  7. 7Sobald dein Gegenüber von gemeinsamen Plänen für den nächsten Sommer spricht, wird es dir eng.

  8. 8Ein „Ich hab dich lieb“ kommt dir schwer über die Lippen, auch wenn du es fühlst.

  9. 9Bei Fragen wie „Was sind wir eigentlich?“ weichst du mit einem Scherz aus.

  10. 10Ausgerechnet wenn es richtig schön ist, fragst du dich, ob das wirklich die richtige Person für dich ist.

  11. 11Eine gemeinsame Wohnung oder ein gemeinsamer Urlaub fühlt sich für dich eher nach Falle an als nach Vorfreude.

  12. 12Im Kopf vergleichst du dein Gegenüber mit jemandem, der vielleicht noch besser zu dir passen könnte.

  13. 13Du antwortest später, als du eigentlich könntest, damit es nicht zu schnell zu nah wird.

  14. 14Vor deinem Gegenüber zu weinen oder Angst zu zeigen, kommt für dich kaum in Frage.

  15. 15Du wartest lieber stundenlang auf die eine Nachricht, als dich auf jemanden einzulassen, der sich zuverlässig meldet.

  16. 16Von deiner Vergangenheit erzählst du nur so viel, dass niemand wirklich nachfragen kann.

  17. 17Beim Kennenlernen hältst du dir gern noch eine zweite Möglichkeit offen, auch wenn es mit einer Person gut läuft.

  18. 18Deinen Freunden erklärst du schon seit Monaten, dass es bei euch „gerade kompliziert“ ist.

  19. 19Bei einer Nachricht wie „Können wir heute Abend reden?“ suchst du innerlich schon die Tür.

  20. 20Ein kleiner Fehler deines Gegenübers reicht und dein Gefühl kippt für ein paar Tage.

  21. 21Eine alte Liebe, die nie richtig angefangen hat, geht dir bis heute regelmäßig durch den Kopf.

  22. 22Wenn dich etwas verletzt hat, machst du es lieber still mit dir allein aus.

  23. 23Wenn dich jemand nach einem Streit in den Arm nehmen will, brauchst du erst einmal Abstand.

  24. 24Eine Freundin schwärmt von deinem neuen Partner und du zählst innerlich auf, was alles nicht passt.

  25. 25Wenn dein Gegenüber dich der Familie vorstellen will, hast du an dem Tag auffällig schnell schon etwas anderes vor.

Fragen rund um Bindungsangst

Was ist Bindungsangst?

Bindungsangst beschreibt die Angst vor zu viel Nähe und Verbindlichkeit in einer Liebesbeziehung. Wer sie in sich trägt, sehnt sich oft nach einer Partnerschaft und zieht sich trotzdem zurück, sobald es ernst wird. Das zeigt sich im Alltag an kleinen Dingen: Nachrichten bleiben länger liegen, Pläne werden vage gehalten und an einem Menschen, der wirklich bleiben will, fallen plötzlich lauter Fehler auf. Bindungsangst ist keine Krankheit. Sie ist ein Schutzmechanismus, den dein Inneres irgendwann gelernt hat und der heute oft mehr verhindert, als er schützt.

Woran erkenne ich Bindungsangst bei einem Mann?

Bei Männern zeigt sich Bindungsangst häufig in einem Wechsel aus Nähe und Rückzug. Nach einem intensiven Wochenende meldet er sich tagelang kaum, Gespräche über die Zukunft wehrt er mit einem Witz ab und Freunde oder Familie lernst du lange nicht kennen. Oft sagt er selbst, er habe gerade keinen Kopf für eine Beziehung. Trotzdem kommt er immer wieder zurück. Dasselbe Muster kann genauso bei Frauen auftreten, es fällt dort nur seltener auf, weil es leiser abläuft.

Was ist passive Bindungsangst?

Von passiver Bindungsangst spricht man, wenn jemand sich immer wieder in Menschen verliebt, die nicht verfügbar sind: vergeben, beruflich ständig weg oder einfach nicht bereit, sich festzulegen. Auf den ersten Blick sieht es aus, als würde der andere die Nähe verhindern. Tatsächlich schützt dieses Muster beide, denn solange der andere nicht bleibt, muss sich auch niemand ganz zeigen.

Woher kommt Bindungsangst?

Meistens hat sie ihre Wurzel in frühen Erfahrungen mit Nähe. Wer als Kind erlebt hat, dass Zuwendung an Bedingungen geknüpft war, dass man sich anpassen musste oder dass Nähe plötzlich wieder weg war, schließt daraus eine stille Abmachung: Nähe ist unsicher, also halte ich sie lieber auf Abstand. Diese Abmachung läuft im Erwachsenenleben weiter, bis man sie erkennt und bewusst neu entscheidet.

Kann man Bindungsangst überwinden?

Ja. Der Weg beginnt damit, das Gefühl in dem Moment zu bemerken, in dem es auftaucht, statt sofort zu handeln. Danach suchst du den Gedanken dahinter, zum Beispiel „Wenn ich mich zeige, werde ich verlassen“. Diesen Gedanken gleichst du mit dem ab, was heute wirklich passiert. Im Emotionstraining üben wir jeden Sonntag an echten Situationen aus dem Alltag, wie du solche Mechanismen erkennst und neu entscheidest.

Du musst das nicht allein herausfinden

Jeden Sonntag um 20 Uhr erkläre ich dir live, was in dir passiert und wie du neu entscheidest. Dazu begleitet dich die TAURA App morgens und abends. Die App kannst du zwei Wochen kostenlos testen, ohne Zahlungsdaten.

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